Jharna-Kala
Sri Chinmoy ist seit langem für den ungewöhnlichen Einsatz von selbst gefertigten Schwämmen und Malutensilien bekannt, mit denen er seine Malereien und Zeichnungen mit schneller Leichtigkeit und Kühnheit in Strich und Form zu Papier bringt. Die kraftvolle Ausstrahlung und die intuitive Farbkomposition seiner vereinfachenden, abstrakten Acrylmalereien wirken in einer nahezu heilenden Weise harmonisierend. Die farbliche Fülle und der Eindruck von Bewegung in seinen Bildern sind wie eine Massage für das betrachtende Auge. Sri Chinmoy bedient sich zahlreicher Hilfsmittel, von Wasserfarben und Gouache auf "Arches" Aquarellpapier, bis hin zu Tinte auf handgeschöpftem Thai Papier mit Blüteneinschlüssen. Öfters verwendet er sogar Filzstifte für seine fröhlichen, Zen-ähnlichen Strichzeichnungen, mit denen er seine Vögelchen erschafft, die ein überaus bemerkenswertes Element seiner Kunst darstellen.
Sri Chinmoys Kunst legt eine Meisterschaft an den Tag, die Fähigkeit sich dem Betrachter mitzuteilen, und zwar durch die verwendeten Farben, die verwendeten Techniken und ganz augenscheinlich durch die Originalität seines Stils. Sri Chinmoy sieht keine Notwendigkeit, sich zu irgendeiner bestimmten Schule zu bekennen, noch sich von irgendeiner Modeströmung abzugrenzen, denn seine Kunst ist ein spontaner Ausdruck seiner Kreativität, ohne dass hier mentale Überlegung hinein spielen würden. Seine Kunst wirkt durch Einfachheit und bedarf keiner Schockwirkung um zu beeindrucken. Viel mehr verwendet Sri Chinmoy die Sprache der Kunst um auszudrücken, was aus dem Inneren kommt und es fällt auf, dass er diese Sprache sehr eloquent benutzt, um die Essenz seiner Arbeiten den Menschen zu vermitteln.
In seiner Malerei lässt Sri Chinmoy die Kunst aus seinem Herzen fließen, wie das Hervorsprudeln kreativer Energie aus einer Quelle. Er bringt Gefühle wie Harmonie, Einssein und kindliche Freude in seinen Werken zum Ausdruck. Seine Kunst ist reich an kreativer Schaffenskraft und sie ruft ständig neue Inspiration hervor, eine Inspiration für "Die Reise". Er sagt: "Meine Seele ist ein Feuervogel, der durch die Unendlichkeit fliegt."
Das Symbol des Vogels ist mit Sicherheit das bedeutendste in seinem gesamten Werk, es ist eine Metapher für das Streben der Seele, des inneren Selbst, das sich selbst transzendiert und wie ein Vogel weit in den Freiheits- und Befreiungshimmel hinauf fliegt oder sich nach außen hin ausdehnt. So wie das menschliche Leben nach der Freiheit, die seiner Natur und seiner Evolution so unverzichtbar und essentiell ist, sucht, so strebt auch die Seele nach der eigenen Befreiung.
Wir alle bemühen uns, Licht in unser eigenes Leben zu bringen und gleichzeitig versuchen wir keine Schatten auf das Dasein anderer zu werfen.
Möge der Seelenvogel in jedem von uns, zu seiner eigenen höchsten Höhe fliegen.
Ranjana K. Ghose
Jharna-Kala Art Foundation Director